Unser Gegenvorschlag


Aktuelle Planung der Gesobau

Die Gesobau plant derzeit folgende Neubauten:

  • ein Mehrfamilienhaus in der Baulücke zur Gounodstraße  hin (Gounodstraße 25) mit insgesamt 11 Wohnungen (im Bild unten gelb). Gegen diesen Neubau haben wir nichts.
  • 6 Townhouses im Hof mit insgesamt nur 10 Wohnungen (im Bild unten rot). Gegen diese Häuser richtet sich unser Protest, weil für sie alle Bäume im Hof fallen müssen.

Das folgende Bild zeigt die Pläne und den dann baumfreien Hof:

Unser Gegenvorschlag

Es gibt 2 Varianten, wie die Gesobau unserer Meinung nach viel verträglicher in der Gounodstraße neuen Wohnraum schaffen kann. Die Gesobau hat den Auftrag zu bauen um in Berlin neuen Wohnraum zu schaffen. Das soll sie tun. Dabei soll aber der typische Charakter Weißensees mit seinen großzügigen grünen Wohnhöfen erhalten bleiben.

Variante 1

Variante 1 sieht vor, den Spielplatz in der Gounodstraße (im Kiez bekannt als der „Wackelhausspielplatz“) etwas nach hinten und zum Teil auf das heutige Grundstück der Gesobau zu verschieben. Die Lücke zur Gounodstraße hin könnte dann von der Gesobau bebaut werden. Diese Lücke ist etwa doppelt so breit wie die Lücke an der Gounodstraße 25. Dort will die Gesobau insgesamt 11 Wohnungen unterbringen (s.o.), so dass in der Lücke am Spielplatz locker die doppelte Menge Wohnungen unterzubringen wäre. Ein Gewinn gegenüber der ursprünglichen Planung von 12 Wohnungen. Außerdem wären diese Wohnungen preiswerter herzustellen als die Townhouses und daher natürlich auch preiswerter zu vermieten.

Das folgende Bild zeigt den Vorschlag:

Lueckenschluss-komplett

Das Land Berlin und die Gesobau (Eigentum des Landes Berlin) müssten dafür Fläche tauschen. Das Land Berlin müsste einen Teil des heutigen Spielplatzes an die landeseigene Gesobau abgeben. Die Gesobau würde im Gegenzug einen Teil ihres heutigen Grundstücks an das Land Berlin abgeben, so dass der Spielplatz in seiner heutigen Größe erhalten bleiben kann. Der Zugang zum Spielplatz kann durch den Neubau erfolgen und könnte entsprechend großzügig gehalten werden.

Variante 2

Der Umbau des Spielplatzes würde sich einfacher gestalten, wenn man nur die Hälfte der Lücke bebaut. Der direkte Zugang zum Spielplatz von der Straße aus bliebe erhalten und der Flächentausch zwischen Land und Gesobau würde sich vereinfachen. Es würden etwa 11 neue Wohnungen entstehen, also immer noch eine mehr als derzeit im Hof geplant sind.

Die folgenden Bilder zeigen diese Variante:

Lueckenschluss-halb

Lueckenschluss-halb-boden

Geht alles nicht…?

Vertreter von Gesobau und Bezirk sehen Schwierigkeiten mit unserem Vorschlag. Ihre Argumente:

  • Wer soll den Umbau des Spielplatzes bezahlen?
    Wir denken, es könnte die Gesobau sein. Sie müsste auch die Baumfällung im Hof als vorbereitende Baumaßnahme bezahlen. Warum nicht stattdessen den Spielplatzumbau, um an anderer Stelle Platz für einen Neubau zu schaffen?
  • Der Verwaltungsaufwand ist enorm.
    Wir denken, auch wenn der Verwaltungsaufwand für einen Flächentausch groß ist, weil bspw. das Abgeordnetenhaus zustimmen muss und sich Bezirk, Land und Gesobau einig werden müssen – wenn wir dafür eine derart wertvolle Grünfläche wie diese erhalten können, sollte es das wert sein.
  • Das dauert alles zu lange – wir müssen jetzt bauen!
    Dass jetzt so viel Hektik herrscht, liegt unserer Meinung nach auch daran, dass die Politik lange geschlafen hat. Das dürfen jetzt nicht die Berliner Bürger ausbaden müssen, in dem ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen wird, was am wenigsten Umstände macht und deshalb schnell geht.

Lars Holborn, Bereichsleiter der Gesobau für Pankow und Weißensee hat bei einem Treffen mit uns den Vorschlag als für die Gesobau sehr attraktiv bezeichnet. Aus seiner Sicht hängt die Umsetzbarkeit davon ab, ob Bezirk und Land mitspielen. Darauf wollen wir hinarbeiten.

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5 comments on “Unser Gegenvorschlag
  1. Für mich ist es ein tolles Zeichen, dass wir endlich VOR ORT zusammenkommen, einander zuhören und dadurch ALLE Seiten verstehen können und GEMEINSAM Lösungen finden und umsetzen können! Unsere Atemluft und das beruhigende Grün und ihr Schatten sind wichtig für unsere Gelassenheit!

  2. Kati sagt:

    Für mich sind alle drei Varianten nicht akzeptabel.s

  3. Gitta, die schon 15 Jahre im Kiez wohnt sagt:

    Leben ist Bewegung und Veränderung. Ich finde gut, dass Beteiligte und Betroffene miteinander reden und hoffentlich kompromissbereit sind für Lösungen, mit denen alle leben können. Ich finde Variante 2 gut.

  4. Gregor sagt:

    Für Veriante eins spricht sehr viel:

    – Die Lücken in der Blockrandbebauung werden geschlossen, d.h.:
    – der Hof ist leise, da kein Verkehrslärm von der Straße mehr hereinkommt
    – In den Zimmern auf der Hofseite kann man nachts bei offenem Fenster schlafen
    – die Kinder können im geschützten Hof spielen und dabei aus den Häusern heraus gesehen werden
    – die Straße wird durch die geschlossenen Lücken zu einem Straßenraum mit mehr Aufenthaltsqualität

    – Die entstehenden Wohnungen sind heller und eröffenen ein weiteres Blickfeld als das aus den Townhouses heraus der Fall wäre.
    – Die entstehenden Wohnungen wären günstiger als die Townhouses.

    Insgesamt nützt Variante 1 allen:
    – Die bisherigen Bewohner bekommen einen schöneren, leiseren Hof (und behalten ihre Bäume!)
    – Die neuen Bewohner bekommen hellere Wohnungen mit unverstelltem Blick zu günstigeren Preisen
    – Alle bekommen einen geschlossenen Straßenraum

    Es wäre nicht zu verzeihen, wenn die überlegene Lösung am machbaren Flächentausch scheitern würde!

  5. Berthild Lorenz sagt:

    Als wir 1990 in die Gounodstraße 29 zogen, gab es hier noch nicht DIESEN Nachbar-Spielplatz, neben der Hausnummer 33! Damals waren in UNSEREM Hof, also im Hof der Gounodstraße 29-33, ein kleiner Buddelkasten und ein Klettergerüst, hinter der Hausnummer 33. Direkt neben unserem Haus, wo jetzt der Spielplatz ist, waren eine Schlosserei und Garagen. Die Schlosserei verschwand leider irgendwann und von unserem Hof wurde der Platz rechts neben unserem Haus weggegeben, das Klettergerüst abgebaut und der Buddelkasten verschwand. Im hinteren Teil rechts neben unserem Haus hatten wir nun keine Möglichkeit mehr, unsere Wäsche zu trocknen. Die Stangen für die Wäscheleinen wurden auf die Wiese gestellt auf der ich vorher richtig toll mit vielen Kindern aus der Gegend gespielt habe, direkt hinter der Hausnummer 29! Pflegekosten für den Hof werden uns abgezogen, egal, ob wir damit einverstanden sind, was geschieht – das ist doch ein tolle Lehrstück Demokratie für die Menschen, die in der Diktatur des Proletariats nicht groß werden durften…
    Neben mir werden seit, ich weiß schon nicht mehr wie langer Zeit die beiden Wohnungen, die lange leer standen, rekonstruiert – sie bekommen Gas-Etagen-Heizungen, nachdem 2013 bis zu unserem Haus der Anschluss für Fernwärme gelegt wurde…
    Wie wird es wohl wann weitergehen?

1 Pings/Trackbacks für "Unser Gegenvorschlag"
  1. […] gegeben hat, so dass wenigstens der wertvolle Baum erhalten bleiben kann. Auch unsere Vorschläge (http://www.stop-gounod-25.de/unser-gegenvorschlag/), wie alternativ, verträglicher gebaut werden könnte und zusätzlich mit weniger Kosten mehr […]

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